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Wie entsteht ein “Hausstil”? - Teil 6 der Serie zur Schülerzeitung

geschrieben am 25. Mai 2017 in der Kategorie Tipps.

Wenn Du regelmäßig die gleiche Zeitschrift liest, wird Dir bestimmt schon aufgefallen sein, dass sich alle Ausgaben optisch ähneln. Die Zeitschrift hat einen sogenannten “Hausstil”. In diesem Teil unserer Schülerzeitungsserie erklären wir, wie das Gestaltungsteam einen solchen Hausstil für die Schülerzeitung entwickelt.

Hast Du die vorherigen Teile unserer Serie zur Schülerzeitung verpasst? - Hier kannst Du sie nachlesen:

Teil 1: Wie gründe ich eine Schülerzeitung?
Teil 2: Was macht eigentlich ein Chefredakteur?
Teil 3: Wie finanziere ich die (erste) Ausgabe?
Teil 4: Wie finde ich interessante Themen?
Teil 5: Wie schreibe ich spannende Artikel?

 

Schülerzeitung anfangen

 

Warum ist ein eigener Stil wichtig?

Eine der Hauptaufgaben des Gestaltungsteams ist es, einen eigenen Stil (in der Fachsprache “Hausstil”) für Eure Schülerzeitung zu entwickeln. Aber warum ist das so wichtig? Ein gutes Branding steigert den Wiedererkennungswert Eurer Schülerzeitung. Dazu sollten wir Dir erklären, was das englische Wort “Branding” bedeutet. Ein Beispiel: Wenn Du eine lila Kuh siehst, denkst Du dann nicht auch direkt an Milka-Schokolade? Genau darum geht es beim Branding: Einen eigenen Stil entwickeln, der einen von anderen unterscheidet und an dem man direkt wieder erkannt wird. Das gilt nicht nur für große Marken, sondern auch für Eure Schülerzeitung.

Ein Hausstil hat übrigens noch mehr Vorteile: Wenn Ihr den Ausgaben immer einen ähnlichen Look verpasst, finden sich Eure Stammleser schneller zurecht. Wenn sie eine x-beliebige Seite aufschlagen, wissen sie auf den ersten Blick, in welcher Rubrik sie gelandet sind. Das schafft Ordnung und ist außerdem ein Zeichen, dass Ihr professionell arbeitet! Außerdem spart Ihr Euch damit eine Menge arbeitet, da Ihr nicht jedes Mal ein komplett neues Layout gestalten müsst. (Dazu gibt es weiter unten noch mehr Tipps.)

 

Wie finde ich den richtigen Stil?

Bei der Entwicklung Eures eigenen Stils solltet Ihr verschiedene Elemente festlegen, die sich in jeder Zeitschrift wiederholen. Das sind:

Ein eigenes Logo

Weiter oben hast Du erfahren, warum Branding so wichtig ist: Es steigert den Wiedererkennungswert. Daher ist ein einzigartiger Namensschriftzug bzw. ein auffälliges Logo ein Muss auch für jede Schülerzeitung. Dazu braucht sie erst einmal einen Namen, am besten einen auffälligen und außergewöhnlichen. Viele Schülerzeitungen tragen einen lustigen Namen, der auf den Namen der Schule anspielt, wie zum Beispiel die Schülerzeitung KAGtus des Konrad-Adenauer-Gymnasiums. Logisch, dass deren Logo grün ist, oder? Inspiration für Euren Namen und Euer Logo findet Ihr auch in den Farben oder dem Logo Eurer Schule. Der Vorteil eines auffallenden Logos? Ihr könnt es auch in Eurer Werbung einsetzen, zum Beispiel auf den Postern und Flyern, auf denen Ihr die neue Ausgabe Eurer Schülerzeitung ankündigt. Auch Eurer Verkaufsstand könnt Ihr mit Eurem Logo schmücken und so andere Schüler auf Euch aufmerksam machen. Das steigert den Wiedererkennungseffekt und ist gut für das Branding der Schülerzeitung. Dazu solltet Ihr das Logo auf jeden Fall auf der Titelseite unterbringen:

 

Schriftarten

Zu einem guten Hausstil gehört, dass Ihr für dieselben Textkategorien immer dieselbe Schriftart (meistens auch in denselber Farben) benutzt. In einem Artikel gibt es meist folgende Textkategorien: Fließtext, Überschrift und Zischenüberschriften und Zitate. Fließtext nennt man den langen Teil, den Inhalt Deines Artikels. Damit dieser Text gut lesbar ist,sollte das Gestaltungsteam für alle Fließtexte eine einfache, schnörkellose Schriftart auswählen: Schriftarten, die sich gut für den Fließtext eignen, sind Arial oder Eva Pro in der Schriftgröße 10. Keine Sorge: Das sieht vielleicht auf dem Computerbildschirm klein aus, ist aber in der gedruckten Zeitschrift gut zu lesen. Für die Titel und die Zitate (das sind einzelne, kurze Sätze aus dem Artikel, die Du besonders hervorheben möchtest) wählst Du zwei bis drei auffälligere Schriftarten aus. Dabei gilt: Die Überschrift des Artikels sollte sich am meisten von den anderen Textkategorien unterscheiden.

 

Farben

Bei der Auswahl der Farben für Euren Hausstil könnt Ihr Euch an Eurem Logo orientieren. Wähle für Eure Zeitschrift eine Hauptfarbe (zwei sind auch ok, aber nicht mehr) und ein bis zwei weitere Farben aus, um Akzente zu setzen und bestimmte Elemente (zum Beispiel eine Infobox oder ein Zitat) besonders hervorzuheben. Diese könnt Ihr in verschiedenen Intensitäten für Ränder, Textfelder und Überschriften benutzen. Hier geben wir noch mehr Tipps, wie Ihr Eurer Zeitschrift den richtigen Anstrich verpasst.

Dekoration

Verspiele und auflockernde Elemente, die immer wieder auf den Seiten der Schülerzeitung zu sehen sind, machen sie lebendiger und können auch eine Prise Humor versprühen. Gibt es vielleicht ein Schulmaskottchen? Oder ein Tier, das einen besonderen Bezug zur Schule hat? - Wenn es keines gibt, dann überlegt Euch doch eins speziell für die Schülerzeitung. Ihr könntet dazu eine Umfrage unter den Schülern machen und z. B. drei verschiedene zur Wahl stellen oder aber direkt nach Ideen fragen und einen Wettbewerb organisieren. So macht Ihr gleichzeitig auf Euer Schülerzeitungsprojekt aufmerksam. Natürlich könnt Ihr auch andere Elemente benutzen, um die Seiten etwas aufzuhübschen. Eine Idee sind Icons, die zum Thema der jeweiligen Zeitungsseiten passen, wie ein Fußball zu Sportthemen oder ein Schwarzes Brett für aktuelle Neuigkeiten.

 

Vorlagen vorbereiten

Wenn Ihr Euch im Gestaltungsteam auf einen Hausstil geeinigt habt, könnt Ihr auf dieser Grundlage eigene Schablonen mit der Grundgestaltung für Eure Schülerzeitung anlegen, in die dann jede Mal nur noch der Text hineingeschrieben wird.

Das Gestaltungsteam und die Redakteure überlegen am besten gemeinsam, welche Seiten und Rubriken es in jeder Ausgabe gibt. Für diese ist es sinnvoll, eine separate Vorlage zu erstellen, die dann für jedes Heft genutzt werden kann. Das sind zum Beispiel die Inhaltsangabe, der Veranstaltungskalender oder die Rätselseite. Auch für Serien, wie Porträts von Lehrern, ist es sinnvoll, eine Vorlage anzulegen, die dann jedes Mal wieder zum Einsatz kommen kann. So sehen die Redakteure auch gleich, wie viel Platz sie für ihren Text haben.
Eine eigene Vorlage zu erstellen ist im Jilster-Online Editor übrigens kinderleicht. So geht’s:

Lege am besten eine Zeitschrift im Jilster Editor an, in der nur die einzelnen Vorlage vorbereitet werden können. Diese können dann später in die jeweiligen Ausgaben hineinkopiert werden. Übrigens: Wir bei Jilster fügen in unsere Vorlagen immer einen Platzhaltertext (in der Fachsprache auch “Blindtext” genannt) ein. Das spart uns viel Zeit, weil wir so für die Seiten nicht immer extra einen neuen Text schreiben müssen. Der berühmteste Blindtext ist der “Lorem Ipsum”-Text. Der Text sieht zwar aus wie Lateinisch, ist aber bis auf einzelne Wörter völliger Unsinn, damit wir nicht durch den Inhalt abgelenkt werden. Im Internet gibt es verschiedene Webseiten auf denen man so einen Text generieren kann. Wenn später einzelne Schablonen in einer Ausgabe der Schülerzeitung benutzt werden sollen, können sie einfach auf der jeweiligen Seite eingefügt werden. Klicke dazu im Editor einfach oben links auf “Eigene Seite”. Damit hast Du Zugriff auf alle Seiten, die jemals mit dem Jilster-Account, den Du nutzt, erstellt wurden. Wähle die Seite aus, die Du einfügen möchtest. Jetzt kannst Du einen neuen Text hineinschreiben oder -kopieren und die Fotos anpassen - fertig!

 

Das Praktische an den Vorlagen: Sollte das Gestaltungsteam mal wenig Zeit haben, können die Redakteure ihre Texte einfach selbst in die Vorlage einfügen. Auch der Fotograf lädt seine Fotos einfach an den entsprechenden Stellen hoch. Das Gestaltungsteam überprüft anschließend nur noch, ob alles stimmig aussieht. Das spart Zeit!

Ausnahmen bestätigen die Regel

Du stellst Dir jetzt sicherlich die Frage, ob Ihr zwischendurch mal die Farben ändern oder eine andere Schriftart benutzen könnt, oder? Klar, das geht! Stelle Dir dabei jedoch immer die Frage: Ist es sinnvoll, dass ich das Aussehen des Artikels ändere? Dadurch fällt er nämlich besonders auf. Das ist für den Hauptartikel einer Ausgabe beispielsweise sinnvoll, aber weniger für eine Rubrik, die in jedem Heft erscheint. Generell ist Abwechslung - so lange sie im Rahmen bleibt - immer eine gute Idee!

Auch bei einer Sonderausgabe kann es sinnvoll sein, die Gestaltung der Zeitschrift zu ändern. Greife dabei zum Beispiel das Thema der Sonderausgabe auf: Für die Weihnachtsausgabe eignen sich Rot, Gold und Grün und weihnachtliche Dekoration besonder gut. In der Ferienausgabe könnt Ihr hingegen sommerliche, helle Farben verwenden. Damit die Sonderausgabe ihren einheitlichen Stil nicht verliert, solltet Ihr die neuen Farben konsequent auf allen Seiten verwenden, aber die Gestaltung an sich beibehalten. Sonst wirkt es schnell chaotisch!

 

Die Zeitschrift kann in den Druck

Alle Redakteure haben ihre Artikel rechtzeitig abgeben, die Gestalter haben der Schülerzeitung einen einheitlichen Look verpasst und der Chefredakteur hat noch einmal alles kontrolliert? - Dann kann die Ausgabe der Schülerzeitung in den Druck! Und die Arbeit des Verkaufsteams geht los: Im nächsten Teil der Serie erfährst Du, wie Ihr Eure Schülerzeitung unter die Leute … ähhh Schüler bringt.

 

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Hast Du noch Fragen oder brauchst Hilfe bei der Gestaltung? Schreib uns einfach eine E-Mail. Wir helfen jederzeit gerne weiter!